Jeder Schritt führt zu einer komplexen Kettenreaktion


Die Füße sind das Fundament unseres Körpers, die statische Grundlage auf der alle Strukturen aufbauen.

Bei jeder Bewegung entsteht eine Bodenreaktion, die auf den passiven Stützapparat einwirkt (Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen). Dies löst eine Muskelreaktion aus, welche die einzelnen Gelenke zueinander und damit den ganzen Körper in eine bestimmte Position bringt. Bei einer sportlichen Betätigung z. B. Laufen oder Joggen wirkt ein Vielfaches des Körpergewichtes auf den Fuß ein. Beim langsamen Traben lastet das Doppelte des Körpergewichtes auf dem Fuß. Bei Sprüngen oder unregelmäßigem Lauf, beispielsweise beim Cross-Laufen, wurden sogar Belastungen gemessen, die dem vierfachen des Körpergewichtes entsprechen.


Gut geschützt von Kopf bis Fuß


Der menschliche Körper hat im Laufe einer Millionen Jahre dauernden Evolution verschiedene Mechanismen entwickelt, diese Belastungen abzufangen. Das sensibelste Organ des Körpers, das menschliche Gehirn, soll auf diese Weise vor Stößen geschützt werden. Folgende Mechanismen sind bekannt, die die Krafteinwirkung von der Fußsohle zum Gehirn reduzieren:

1. Das Fettpolster der Ferse absorbiert wie ein Gummipuffer die erste Stoßwelle. Beim Auftritt der Ferse benötigt die Muskulatur ca. 50 Millisekunden um auf den entstehenden Kraftstoß des Fersenaufsatzes zu reagieren. Bis dahin verhält sich der menschliche Bewegungsapparat wie ein toter Körper ohne jegliche aktive Dämpfungsmechanismen.

2. Die Gewölbekonstruktion des Fußskeletts wirkt wie die Blattfederung eines LKW’s. Während des Abrollvorganges gibt vor allem das Längsgewölbe, das durch Sehnen und Muskeln gespannt ist wie ein Bogen, nach und federt einen Teil des Kraftstoßes ab. Bei dieser typischen Bewegung, der Pronation, bewegt sich der Knöchel leicht nach innen und das Längsgewölbe flacht ab.

3. Die Menisci in den Kniegelenken wirken wie Gelpolster.

4. Durch Muskelkontraktion während des Gehens kann der Körper aktiv die Steifigkeit der Gelenke verändern und Stöße zu Beginn der Standphase abfedern.

5. Die Doppel-S-Form der Wirbelsäule hat – zusammen mit den Bandscheiben – die biomechanische Wirkung einer Feder. Beim Gehen verkleinern sich ihre Wölbungen und fangen Stoßbelastungen wirkungsvoll auf.

6. Unser Gehirn schwimmt in Gehirnflüssigkeit und ist so durch eine wirksame hydromechanische Dämpfung geschützt.

Werden alle diese Schutzmechanismen optimal genutzt, erreichen maximal 10% einer Stoßwelle noch den Schädel.